von Anthony Davies, aus England, 19, FSJler im CVJM Frankfurt (Oder) bis September 2011
Nachdem ich mich mit meiner Ex-Freundin getrennt habe, als ich ungefähr 15 war, noch in England, war ich innerlich zerbrochen. Ich habe sie angebetet, - ich war wie von ihr besessen. Und es tat natürlich weh, als sie mich links liegen ließ.
Nachdem ein paar Monaten vergangen waren, hatte ich mich dann in ein anderes Mädchen aus der Gemeinde verliebt. Es ergab sich, dass sie sich auch in mich verliebt hatte, und wir verbrachten ziemlich viel Zeit beim E-mail- und SMS schreiben, viel mehr aber nicht.
Die Zeit verging und ich hätte gern einen persönlicheren Kontakt zu dem Mädchen gehabt; sie schien aber zu beschäftigt zu sein und verbrachte anscheinend viel Zeit mit ihren Freundinnen. Nach und nach nervte und entmutigte mich das.
Wir waren beide an einem Wochenende auf einer Wanderfreizeit. Tagsüber unterwegs in kleineren Gruppen und am Abend zusammen als ganze Gruppe. Da wollte ich, soweit ich mich noch errinern kann, gern allein mit dem Mädchen spazieren gehen und habe mehrmals versucht sie anzusprechen; sie aber antwortete mit nur ein paar Worten und verschwand mit ihren Freundinnen. Das machte mich sehr zornig und innerlich instabil. Ich konnte es nicht kontrollieren. Es wurde im Laufe des Abends nur schlimmer, bis ich mich schließlich allein im Zelt wiederfand, total deprimiert, und weinte. Ich schrie zu Gott, er musste mir helfen, denn dieser verzehrende Zorn und diese schreckliche Unruhe in mir waren einfach unerträglich geworden.
Nachdem ich eine Weile im Zelt lag, weinte und zu Gott flehte, entschloss ich mich irgendwie rauszugehen. Ich ging die Straße zu Fuß entlang. Ich weiß nicht mehr genau wann, aber ich war dann ganz schnell von dem ganzen Zorn befreit und fühlte überhaupt keine Bedrängnis mehr. Es gab keinen Zwang mehr mit diesem Mädchen zusammen sein zu müssen. Überhaupt keine negative Gedanken mehr, keinen Zorn, sondern nur eine tiefe Ruhe. Und ich pries Gott mit Liedern, als ich zum Zeltplatz zurückkehrte.
Es war einfach wunderbar. Und seit dem Tag, bin ich - würde ich sagen - ein ruhiger Mensch, der kaum zornig wird, oder zumindest ungewöhnlich wenig. Außerdem habe ich mich in kein weiteres Mädchen verliebt (was ich auch nicht gewollt habe, muss ich sagen, ich bin, meiner Meinung nach, längst weder alt noch reif genug dafür). Und ich fühle mich immer noch von diesem Zwang in einer Beziehung mit einem Mädchen zu sein befreit und behütet. Ich habe so viel, wofür ich dankbar sein kann.
Noch eins muss gesagt werden – irgendwann habe ich drüber nachgedacht und im Nachhinein gemerkt, dass ich am nächsten Tag bzw. in den nächsten paar Monaten danach, kaum Gott dafür gedankt habe und Ihm nicht mehr Achtung als vorher gegeben habe. Ich hatte sehr schnell vergessen was an mir geschehen war, und staune darüber, wie ich das „geschafft“ habe und wie schnell ich es einfach für gegeben angenommen habe.
Heute bin ich umso mehr von der Geduld Gottes überrascht. Wie ich mich trotzdem über die Jahre Ihm annähern dürfte, auch wenn ich Ihn auf einer solchen Art und Weise vergessen und vernachlässigt habe - und heute immer noch manchmal versage, auch wenn er mir so viele Hilfe gibt. Ich bin einfach von Ihm begeistert. Ich freue mich unheimlich, Ihn kennen zu dürfen, und wünsche mir, dass andere Ihn auch kennenlernen.
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